Sonntag, 15. Oktober 2017

Villersbrunnen

Der Villersbrunnen am Leipziger Tröndlinring befindet sich direkt vor dem gerade wieder nach langer Bauzeit eröffneten Ringmessehaus.
Einige Monate war der Brunnen mit Holz verhüllt, um bei den Bauarbeiten am Ringmessehaus nicht beschädigt zu werden. Doch nun zur Geschichte dieses wunderschönen Brunnens.

Villersbrunnen in Leipzig
Villersbrunnen in Leipzig
Gestaltet wurde diese Brunnen durch den Bildhauer Max Unger Steglitz. Anstoß dafür gaben die beiden Verlagsbuchhändler sowie Stadtrat Dürr uns Carl Geibel der Stadt Leipzig, eingeweiht wurde der Brunnen am 06.11.1903.
Namensgeber dieses Brunnens war die leider nach kurzer Ehe verstorbene Ehefrau Dürrs, Helene de Villers, die Familie war der damalige Besitzer dieses Grundstückes.

Der Villersbrunnen vor dem Ring Messehaus
Der Villersbrunnen vor dem Ring Messehaus
Das Fundament des Brunnens besteht aus Felsgestein, über diesem erhebt sich das runde Wasserbecken. Das weitere kleine Wasserbecken, welches sich unter der Spitze befindet, wird von 3 Fischleibern getragen. Die Figur an der Spitze des Brunnens besteht aus Bronze, dargestellt wird ein trinkendes Mädchen.

Die Bronzefigur des trinkenden Mädchens als Spitze
Die Bronzefigur des trinkenden Mädchens als Spitze
Leider wurde die Originalfigur im Jahr 1942 eingeschmolzen und musste für die Rüstung herhalten.
Etliche Jahre dauerte es, bis der Brunnen in den 1950ger Jahren eine neue Figur an der Spitze bekam. Auch diese neue Figur, welche durch den Bildhauer Markus Gläser entwurfen wurde, wurde 1993 gestohlen.
Erst im Jahr 2003 erhielt der Brunnen eine wiederum neue Figur, welche bis heute als Spitze auf dem Villersbrunnen thront.


gefunden bei.
Brunnenturmfigur
Leipzig Freizeit und Kultur
Leipzig Lese
https://de.wikipedia.org/wiki/Brunnen_in_Leipzig#Villersbrunnen

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Torhaus Dölitz - vom Rittergut zum Schloss

Ein bisschen was vom ganzen bleibt auch nach Jahrhunderten immer über. So wie auch hier bei diesem schönen Objekt, dem Torhaus Dölitz.

Torhaus Dölitz
Das Dölitzer Torhaus
Dieses befindet sich im schönen im Goethepark des Leipziger Stadtteil Dölitz/Dösen und ist damit angrenzend an den Agra-Park. Schon ab dem Jahr 1451 befand sich auf dem Gelände das Rittergut Dölitz. Jahre später, 1636, wurde das dort befindliche Schloss vom Kaufmann und Handelsherren Georg Winckler erworben und umgebaut.

Torhaus Dölitz von hinten
Torhaus Dölitz von hinten
Allerdings stand zu diesem Zeitpunkt das Torhaus noch nicht. Dieses wurde erst durch den Sohn des Besitzers in den Jahren 1670 bis 1672 mit einem Übergang von der sächsischen Spätrenaissance in den  Frühbarock errichtet.
Auch in den Jahren der Völkerschlacht war das Schloss heftig umkämpft, diente sogar als Hauptquartier für die Franzosen.

Hier das Torhaus Dölitz mit der Brücke über die Mühlpleiße
das Torhaus mit der Brücke über die Mühlpleiße
Im Jahr 1929 wurde das Schloss sowie das Rittergut Dölitz von der Stadt Leipzig erworben und war somit fast 300 Jahre in den Händen von Familie Winckler.
Leider wurde das Schloss im zweiten Weltkrieg um 1944 schwer beschädigt, sodass es 1947 gesprengt und abgetragen werden musste. Somit blieb nur noch das einstige Torhaus an sich stehen und ist das letzte erhaltene Relikt einer vergangenen Zeit und dem Schloss Dölitz.

Ab dem Jahr 1959 begann die Restaurierung und Instandsetzung des langsam verfallenden Gebäudes. Weiterhin wurde das Gebäude durch die Stadt nach den Wendejahren saniert. Betrieben wird es jetzt vom Verband Jahrfeier Völkerschlacht.

Erinnerungstafel im Durchgang
Zur Erinnerung an die ruhmvolle Erstürmung und Verteidigung am Herrensitzes am 16. Oktober 1813
Das Zinnfigurenmuseum im Torhaus
Ab dem Jahr 1960 wurde eine historische Zinnfigurenausstellung in den Räumen des Torhauses eröffnet. Diese wird heute vom Verein Zinnfigurenfreunde Leipzig mit Schwerpunkt auf die damalige Völkerschlacht geleitet. Ein Besuch ist es auf jeden Fall wert. Hier der Link zu den Leipziger-Zinnfigurenfreunden


gefunden bei.
agra-park.info
Zinnfigurenmuseum im Torhaus
das Dölitzer Torhaus im Detail bei Wiki

Samstag, 20. August 2016

Alte Hauptpost

Die sogenannte "Alte Hauptpost" ist ein Gebäude, welches sich direkt am Leipziger Augustusplatz befindet und als Bauwerk der Moderne unter Denkmalschutz steht. Das Haus wird auch als ehemalige Hauppost bezeichnet.

Historie und Entstehung der "Alten Hauptpost"
Schon Jahre zuvor stand an selber Stelle am Augustusplatz ein Postgebäude von Albert Geutebrück (späterer Umbau durch Paul Richter), welches allerdings 1943 bei einem Luftangriff vollkommen zerstört wurde.

Erst im Jahr 1959 wurde mit der Planung für ein neues Gebäude der Post am Augustusplatz begonnen. Kurze Zeit später wurde der 110 Meter lange und 7 geschossige Stahlskelettbau von 1961 bis 1964 nach Plänen des Architekten, übrigens kein geringerer als vom Chefarchitekten im Ministerium für Post- und Fernmeldewesen projektiert und errichtet.

Auch die Details zur Bauzeit sowie zur Summe der Baukosten möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen. Die stolze Summe von 15,5 Millionen DDR-Mark verschlang das Gebäude mit einer Bauzeit von 43 Monaten, was der guten Ausstattung sowie Einrichtung geschuldet war.

Markant am Gebäude anzusehen war die bis zur Jahrhundertwende vorhandene Zeigeruhr rechts oben, welche wie die Glas- und Aluminiumfassade in Richtung Augustusplatz zeigte.

Einrichtung und Funktion bis zur Wende
Jetzt geht es um die damals exklusive Inneneinrichtung des Hauses. Die Schalterhallen hatten Natursteinplatten als Fußböden, Schalter und Möbel waren aus kirschfarbenen Hölzern. Die Decken aus schallschluckenden Elementen eingebaut.

Durch das in den Nebengebäuden beheimatete Fernmeldeamt, hatte Gebäudeensemble die Funktion eines Postamt- sowie Fernmelde- und Telegrafenamtes. Bis zur Wende war die Postdirektion des Bezirkes Leipzig in der Hauptpost beheimatet.

Im Gebäude waren gesonderte Räume der "Postkontrolle" des Ministeriums für Staatssicherheit zur Überwachung der Brief- und Paketpost sowie Abhöranlagen des MfS für Telefonate eingerichtet.
Noch bis 2011 war die große Schalterhalle in Betrieb, bevor das Gebäude geschlossen wurde und noch als Location für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Momentan findet eine Rekonstruktion der Hauptpost statt, welche bis 2018 andauern wird. Plan des 100-Millionen-Euro-Umbaus ist ein mit Hotel, eine Klinik sowie ein gläserner Aufbau auf dem Dach der alten Hauptpost, in dem eine Bar einziehen soll. Ausserdem sind eine private Mensa und eine privat geführtes Studentenwohnheim geplant.

Hauptpost - Bildquelle. https://www.courses.psu.edu/nuc_e/nuc_e405_g9c/leipzig/verwaltung/hauptpostamt.jpg
Hauptpost - Bildquelle. https://www.courses.psu.edu/nuc_e/nuc_e405_g9c/leipzig/verwaltung/hauptpostamt.jpg
Hauptpost kurz nach der Fertigstellung - Bildquelle.http://www.ruhr-uni-bochum.de/kgi/projekte/rub_expo/k6/abb9.jpg
Hauptpost kurz nach der Fertigstellung - Bildquelle.http://www.ruhr-uni-bochum.de/kgi/projekte/rub_expo/k6/abb9.jpg
Alte Hauptpost am Augustusplatz im August 2015
Alte Hauptpost am Augustusplatz im August 2015

wikipedia.org/wiki/Hauptpost
mdr.de/sachsen/leipzig/hauptpost
http://www.thepostleipzig.com
http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Bauarbeiten-in-frueherer-Leipziger-Hauptpost-starten
http://www.ksw.de/LVZ-Artikel.pdf

Mittwoch, 17. August 2016

Brauerei C. W. Naumann

Schon seit langer Zeit habe ich mich gefragt, wofür dieses eine Gebäude an der Zschocherschen Straße in Leipzig wohl genutzt wurde. Der erste Tipp war, daß dort eine Brauerei existierte. Nach einigen Recherchen dahingehend bekam ich viele gute Antworten zu diesem Gelände, auf welchem das Gebäude steht.

Es handelt sich hierbei um ein Gebäude der damaligen Naumanschen Brauerei, um genau zu sein um das neue Sudhaus selbiger.

Geschichte der Brauerei C. W. Naumann
Die Brauerei selbst wurde im Jahr 1828 durch Carl Wilhelm Naumann gegründet, jedoch noch an einer anderen Stelle in Leipzig. Erst einige Jahre später, 1857, kaufte Naumann das Grundstück an der heutigen Zschocherschen Straße 79 und errichtete dort zunächst einen Lagerkeller, einige Zeit später dann eine moderne Dampfbrauerei, in der ab 1864 produziert wurde.

Ab 1869 wurde die Brauerei auf dem Gelände umfassend erweitert, hinzu kamen ein neues Mälzereigebäude, 1888 ein Kontorgebäude sowie einen eigenen Gleisanschluß.

1887 war die Naumansche Brauerei schon die drittgrößte Brauerei der Stadt, weitere Jahre später wurde die Brauerei 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
1901 begann in der Anlage die Abfüllung von Flaschenbier, vorher wurde es nur in Form von Fassbier gelagert. Schon 1932 stand das Unternehmen vor dem Konkurs, Zweiter Weltkrieg sowie Weltwirtschaftskrise schwächten das Unternehmen weiterhin. Nach dem 2ten Weltkrieg fand eine Enteignung, ebenso eine Umfirmierung in "VEB Westquell", 1959 in VEB Sachsenbräu statt.

Noch einige andere Namen musste die Brauerei ertragen, von 1969 bis in das Jahr 1990 als VEB Sachsen-Bräu Leipzig, BT II im VEB Getränkekombinat Leipzig und wurde letztendlich bis zur Schließung 1991 als Stadtbrauerei F. A. Ulrich GmbH geführt.

Als einzige Gebäude stehen geblieben sind das oben genannte Neue Sudhaus, welches lt. Wikipedia 1880 erbaut wurde. Weiters stehen auf dem Gelände der Eiskeller (1857–1858 erbaut) sowie ein Kontorhaus, welches ebenso um diese Zeit errichtet wurde. Auch ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges befindet sich auf der Anlage.

Seit einiger Zeit wird darüber gesprochen, eine Wohnanlage auf dem Gebiet zu errichten.

Brauerei C. W. Naumann - Neues Sudhaus in Plagwitz
Brauerei C. W. Naumann - Neues Sudhaus in Plagwitz

http://www.leipzig-lexikon.de/handwerk/naumann.htm
http://www.sperrzone.net
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadt-Brauerei_Leipzig
http://geheimtipp-leipzig.de/liste-leipziger-brauereien/brauerei_naumann/
http://wikimapia.org/28060847/de/Ehemalige-C-W-Naumann-Brauerei

Dienstag, 16. August 2016

Blauer Hecht

Die Passage "Blauer Hecht" befindet sich in der Nikolaistraße Nummer 39/45 und gehört zur Geschichte der Leipziger Höfe und Passagen.

Das Gebäude wurde in den Jahren 1911 sowie 1912 nach Plänen von Leopold Stentzler als Pelzgewerbehaus errichtet.
Namensgebend für das Haus ist ein Gasthof, welcher "Zum blauen Hecht" hieß und im Jahr 1551 erstmals erwähnt wurde. Offenbar stand er an selber Stelle wie heute die Passage. Gut erkennen kann man dies am Hauszeichen, einem "Blauen Hecht", der sich über dem Passagenzugang befindet.

Die Aussenfassade des Hauses besteht aus Kalkstein, über den Fassadenpfeilern sind Tierköpfe angebracht. Den Eingangsbereich säumen die Hauswand links und rechts kleine Putten.

Blauer Hecht in der Nikolaistraße
Blauer Hecht in der Nikolaistraße
Das Hauszeichen, der "Blaue Hecht" über dem Eingang
Das Hauszeichen, der "Blaue Hecht" über dem Eingang

gefunden bei.
http://blauer.hecht.leipzig.objektseite.de/
http://www.city-tourist.de/city-tourist.de-Leipzig-Passagen1.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Leipziger_Passagen
http://leipzig.travel/csdata/download/1/de/ltm_fly_passagen_de_5686.pdf

Montag, 15. August 2016

Südbrause - ehem. Volksbrausebad

Direkt am bekannten Connewitzer Kreuz in Leipzig befindet sich ein historisches Gebäude, in dem heutzutage das Cafe und Restaurant "Südbrause" beheimatet ist.

Geschichte, Entstehung und Nutzung
Das quadratische Gebäude mit Walmdach und Mitteltürmchen wurde in den 1890ger Jahren (Wikipedia sagt 1898) als Badehaus mit einer Dampfkesselanlage in der damaligen Südstraße errichtet. Das einstige Volksbrausebad II wurde viele Jahre auch als solches, nämlich als eine öffentliche Badeanstalt mit Dusch- oder Wannenbädern genutzt.


Von 1996 bis 2000 diente das Badehaus sogar als Endstellenhaus für die Leipziger Straßenbahn, auch Fahrkarten darin erworben werden.
Im Jahr 2000 wurde das Gebäude umgebaut und zur "Südbrause" umfunktioniert.

Wer also am Connewitzer Kreuz aus der Tram aussteigt, muß nur ein paar Schritte gehen, um im Cafe Südbrause ein heißes Getränk, einen Brunch oder auch leckere Speisen zu geniessen.

Cafe und Restaurant Südbrause
Cafe und Restaurant Südbrause
ehemaliges Volksbrausebad an der Karl-Liebknecht-Straße 154
ehemaliges Volksbrausebad an der Karl-Liebknecht-Straße 154

Infos von.
http://www.suedbrause.de
wiki/Staedtisches_Volksbrausebad_II_Leipzig_um_1910.jpg

Samstag, 13. August 2016

Westphalsches Haus

Das sogennante Westphalsche Haus befindet sich am nördlichen Ortseingang von Markkleeberg. Kurz nach der Ausfahrt der Bundesstraße 2 bei Markkleeberg-West (Goethesteig), erblickt der Betrachter hinter einer Natursteinmauer ein dreiflügeliges Landhaus.

Geschichte des Anwesens
Das Westphalsche Haus an sich ist wie oben beschrieben ein dreiflügeliges Landhaus in der Dölitzer Straße 12, welches 1926 entworfen und im Jahr 1927 nach Plänen des Architekten, Maler und Publizisten Paul Schultze-Naumburg im neobarocken Landhausstil erbaut wurde und zwar im Auftrag des Generaldirektors der Thüringer Gasgesellschaft Franz Bruno Carl Westphal.
Die Inneneinrichtung wie Lampen, Türen oder auch Wandschränke des Hauses wurden von den "Saalecker Werkstätten" entworfen und geschaffen.

Der Auftraggeber selbst ließ ebenso für seinen Fahrer nebst dem Garagentrakt eine Wohnung für dessen Familie anbauen. Hinter der Villa befindet sich ein ca. 12.000 Quadratmeter großer parkähnlicher Garten.
Im Jahr 2007 wurde das Anwesen saniert.

Ab 1993
Seit dem Jahr 1993 befindet sich das Gebäude im Besitz der Stadt Markkleeberg. Das Westphalsches Haus diente bis zum Jahr 2015 als Galerie, Ausstellungsort, Veranstaltungshaus und Kulturzentrum. In diesen Jahren zeigten Studenten der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ und Schüler der Musik- und Kunstschule „Ottmar Gerster“ regelmäßig ihr Können im Gebäude.

Westphalsches Haus Markkleeberg
Westphalsches Haus Markkleeberg
Westphalsches Haus
Westphalsches Haus

www.markkleeberg.de/westphalsches_haus
www.leipzigerneuseenland.de/kultur-erleben/sehenswertes/museen-und-ausstellungen
http://www.kultiversum.de
http://www.rundgang-kunst.de/locations/2184/